Zentrale Etappen der Umsetzung in Berlin

Mit dem Senatsbeschluss vom 12. November 2019 hat das Land Berlin ein deutliches Zeichen gesetzt: Es verpflichtet sich zur aktiven Umsetzung der Internationalen UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft (2015–2024). Seither wurden zahlreiche politische, institutionelle und zivilgesellschaftliche Maßnahmen auf den Weg gebracht, die auf Anerkennung und den Schutz von Menschen afrikanischer Herkunft abzielen. Die folgenden Schritte zeigen, wie Berlin seiner internationalen Verantwortung nachkommt und konkrete Impulse für auf lokaler Ebene setzt.

2018

Erste Vorarbeiten beginnen mit einem Konsultationsprozess zwischen der Berliner Verwaltung und Schwarzen, afrikanischen und afro-diasporischen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen.

2019

Die Ergebnisse dieses Prozesses werden in einem umfangreichen Abschlussbericht mit dem Titel „Sichtbarmachung der Diskriminierung und sozialen Resilienz von Menschen afrikanischer Herkunft“ verschriftlicht und als öffentliche Drucksache zugänglich gemacht.

2020

Im Januar implementiert die RAA Berlin einen eigenen Projektschwerpunkt zur UN-Dekade. Ausgangsprojekt ist eine „Prozessbegleitung zur dialogischen Entwicklung von Maßnahmen für die Berliner Verwaltung“. Die Ergebnisse des vorangegangenen Konsultationsprozesses dienen als wichtige Arbeits- und Referenzgrundlage.

2021

Die Dialogische Prozessbegleitung wird Mitte des Jahres mit einem Maßnahmenplan beendet. Er besteht aus dem Maßnahmenplan der Berliner Verwaltungen und wird flankiert von einem Zivilgesellschaftlichen Maßnahmenkatalog, der den Arbeits- und Ergebnisprozess noch einmal kritisch aus Schwarzen Perspektiven einbettet. Zugleich nehmen zwei Nachfolgeprojekte der Dialogischen Prozessbegleitung ihre Arbeit auf: die Ansprechstelle Beratung – Begleitung – Vermittlung und das Gleichstellungsbegleitgremium.

2022

Im Herbst beginnt das Projekt Intersectional Black European Studies mit der Arbeit – eine Kooperation zwischen der RAA Berlin, der TU Berlin und der Yale University (New Haven/USA) unter Mitarbeit des Teams d_id (diversität_intersektionalität, dekolonialität) aus dem Fachbereich „Politische Bildung und plurale Demokratie“ der bpb. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung finanziert.

2023

Im Dezember läuft die Förderung für das Projekt Intersectional Black European Studies in Berlin aus. Die Arbeit wird in den USA in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in Deutschland weitergeführt.
https://intersectionalblackeuropeanstudies.com

2024

Im Frühjahr erscheint die Projektpublikation „… wir können unsere Institutionen nicht aus der Verantwortung entlassen“ – Anti-Schwarzer Rassismus als Handlungsfeld der Berliner Verwaltung. In diesem Sammelband widmen sich verschiedene Autor*innen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven der Frage, welche strukturellen Voraussetzungen notwendig sind, um eine barrierearme und diskriminierungssensible Verwaltungsstruktur nachhaltig aufzubauen und zu verankern – mit einem besonderen Fokus auf die Auseinandersetzung mit Anti-Schwarzem Rassismus (ASR).

Einen weiteren bedeutenden Beitrag zur fachlichen Vertiefung der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft (2015–2024) leistet die Publikation Rassismus, Rassismuskritik und Resilienz. Sie eröffnet neue Perspektiven auf die Zusammenarbeit zwischen Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und öffentlichen Verwaltungen und unterstreicht die Notwendigkeit dialogorientierter, partnerschaftlicher Strukturen.

Am 12. Dezember 2024 fand im Haus der Kulturen der Welt die Abschlussveranstaltung zur UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft statt. Die Veranstaltung bot Raum für Rückblick, kritische Bilanz und den Ausblick auf zukünftige Herausforderungen und Chancen im Umgang mit strukturellem Rassismus sowie für die Stärkung der Sichtbarkeit und Teilhabe von Menschen afrikanischer Herkunft in Berlin.