Anti-Schwarzer Rassismus (ASR) ist eine tief verwurzelte Form der Diskriminierung, die Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Menschen systematisch benachteiligt – historisch begründet durch Kolonialismus, Versklavung und rassistische Ideologien. Auch in Deutschland ist diese Diskriminierung bis heute spürbar, sowohl offen als auch in subtilen, alltäglichen Formen.
Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Menschen bzw. Communitys erleben strukturelle Benachteiligung im Bildungswesen, im Gesundheits- und Arbeitsbereich, auf dem Wohnungsmarkt sowie im Umgang mit Behörden und der Polizei (Racial Profiling). Auch in den Medien sind Menschen afrikanischer Herkunft sowie ihre Geschichte häufig einseitigen oder stereotypisierenden Darstellungen ausgesetzt. Deutschlands koloniale Vergangenheit – zentral für tief verwurzelte rassistische Strukturen – ist bislang nur unzureichend aufgearbeitet. Infolgedessen werden struktureller Rassismus und Rassismuserfahrungen oftmals verkannt, bagatellisiert oder nicht als solche benannt.
Ein wirksamer Abbau von anti-Schwarzem Rassismus setzt entschlossenes politisches Handeln, ein differenziertes historisches Verantwortungsbewusstsein und ein aktives gesamtgesellschaftliches Engagement voraus. Die beiden UN-Dekaden für Menschen afrikanischer Herkunft (2015–2024 und 2025–2034) schaffen einen wichtigen internationalen Handlungsrahmen, um bestehende Ungleichheiten sichtbar zu machen, rassistische Strukturen gezielt abzubauen und die Gleichstellung von Menschen afrikanischer Herkunft zu fördern.